50 – und Vorsorgethemen kommen auf

50 – und Vorsorgethemen kommen auf

Mit 50 ist es Zeit für eine Standortbestimmung. Der Marathon in Bestzeit ist passé. Spitzenleistungen müssen nicht mehr übertroffen werden. Wichtiger wird es, das Erreichte auf Dauer zu erhalten.

Werden Sie sich langsam bewusst, dass Sie gar nicht mehr so lange arbeiten werden? Jedenfalls nicht im Vergleich zu der Zeit nach der Pensionierung, die viele Jahre oder gar Jahrzehnte dauern kann? In dieser Phase treten erste Gedanken an die Pensionierung auf: keine beruflichen Verpflichtungen mehr, dafür mehr Zeit für die Familie, für Hobbys, für Reisen. Endlich pensioniert! Aber reicht das Geld?

Endlich pensioniert! Aber reicht das Geld?

Wohlstand im Ruhestand

Damit das Leben auch nach der Pensionierung so richtig Spass macht, benötigen Sie ausreichend Geld. Denn erfahrungsgemäss gehen nach der Pensionierung die Ausgaben nicht wesentlich zurück. Besonders dann nicht, wenn viele Wünsche und grosse Reisen für später aufgehoben werden, ohne dass das gewohnte Einkommen dann noch zur Verfügung steht. Oftmals muss ein geringeres Einkommen für eine immer längere Zeit reichen: Konnte ein Mann 1960 damit rechnen, seinen Ruhestand 13 Jahre lang geniessen zu können, sind es heute bereits 20 Jahre. Deshalb ist es wichtig, sich rechtzeitig einen Überblick zu verschaffen, um dann gezielt vorzusorgen.

Konnte ein Mann 1960 damit rechnen, seinen Ruhestand 13 Jahre lang geniessen zu können, sind es heute bereits 20 Jahre.

Reserven für Extrawünsche

Als Erstes benötigen Sie ein Budget für die Zeit nach der Pensionierung. Rechnen Sie zu Ihren regelmässigen Verpflichtungen eine ausreichend grosse Reserve für Ihre besonderen Pläne hinzu. So haben auch Extrawünsche und unerwartete Ausgaben Platz, sei es die Karibikkreuzfahrt oder eine aufwendige Renovation Ihres Eigenheims. Der übergeordnete Schritt ist eine frühzeitige Finanzplanung − lieber 15 Jahre als 15 Monate vor der Pensionierung. So bleibt Ihnen genügend Zeit, die eine oder andere Vorsorgelücke zu schliessen. Möglicherweise lassen sich auch noch Steuern sparen: durch einen Einkauf in die Pensionskasse oder mit einer Versicherung gemäss Altersvorsorgesäule 3a.

Einkauf in die Pensionskasse

Wenn Sie Steuern sparen, eine Vorsorgelücke schliessen oder Alterskapital für eine vorzeitige Pensionierung oder Teilpensionierung aufbauen möchten, dann empfiehlt sich eine freiwillige Einzahlung in Ihre Pensionskasse. Mit einem Einkauf in Ihre Pensionskasse erhöhen Sie Ihr Altersguthaben, verbessern Ihre Altersrente und sparen Steuern.

Mit einem Einkauf in Ihre Pensionskasse erhöhen Sie Ihr Altersguthaben, verbessern Ihre Altersrente und sparen Steuern.

Clever sparen – in der Säule 3a

Wenn Sie fürs Alter vorsorgen und dabei auch Steuern sparen möchten, sollten Sie in der gebundenen Vorsorge (Säule 3a) sparen. Denn auf diese Weise können Sie Ihre Prämien von Ihrem steuerbaren Einkommen abziehen. Sie geniessen jederzeit vollen Versicherungsschutz und zahlen zunächst auch weniger Steuern.

In der Säule 3a kann man entweder bei einer Bank sparen – zum Beispiel mit einem 3a-Konto oder mit Wertschriften – oder man wählt ein Versicherungsprodukt – zum Beispiel eine Sparversicherung mit Prämienbefreiung. Wer sich fürs Banksparen entscheidet, erhofft sich davon mehr Flexibilität. Dabei sind die modernen Versicherungsprodukte ebenfalls flexibel – und sie bieten Ihnen einen wesentlichen Vorteil: Falls Sie infolge eines Unfalls oder einer Krankheit erwerbsunfähig werden, zahlt die Versicherungsgesellschaft während dieser Zeit die Sparprämien für Sie weiter. Selbstverständlich lassen sich Versicherungslösungen auch mit Bankprodukten kombinieren.

Pensionskassenguthaben: Rente oder Kapital?

Sie haben gute Vorsorgemassnahmen getroffen und ein schönes Alterskapital angespart. Doch jetzt kommt nochmals ein wichtiger Entscheid, meist über mehrere Hunderttausend Schweizer Franken: Wollen Sie eine Rente beziehen? Oder sich das Kapital doch lieber auszahlen lassen?

Ein sicheres Einkommen. Und zwar ein ganzes Leben lang – ohne Wenn und Aber. Das ist oftmals das Hauptargument für die Rente. Doch es gibt auch Aspekte, die dagegensprechen:

  • Hinterbliebene gehen leer aus: Wenn eine versicherte Person stirbt, erhält der überlebende Partner normalerweise nur 60 Prozent der Pensionskassenrente bei gleichzeitiger Kürzung der AHV-Rente. Und erwachsene Kinder gehen in der Regel leer aus.
  • Beim Kapitalbezug ist die Steuerbelastung insgesamt niedriger, weil die Steuer auf das ausgezahlte Kapital nur einmal anfällt.

Beim Kapitalbezug erben die Hinterbliebenen die Geldsumme, die noch nicht ausgegeben wurde. Und der Pensionär kann flexibel über sein Pensionskassenguthaben verfügen, zum Beispiel um das Haus zu renovieren oder den Kindern einen Erbvorbezug auszuzahlen. Ausserdem lässt sich auch beim Kapitalbezug ein relativ sicheres Einkommen erzielen – vorausgesetzt, dass man sich das Geld gut einteilt und moderne Anlage- und Versicherungslösungen kombiniert.

Rente und Kapital: warum nicht beides?

Es ist wichtig, sich vor der Pensionierung Gedanken zu machen, wie man sein Altersguthaben beziehen möchte. Für viele Pensionierte ist es die beste Variante, einen Teil des Guthabens als Rente zu beziehen und sich das restliche Kapital auszahlen zu lassen. Mit der Rente wird ein gewünschtes Minimaleinkommen abgesichert und mit dem frei verfügbaren Guthaben können lang gehegte Wünsche erfüllt werden.

Bei Paaren bezieht häufig ein Partner die Rente und der andere das Kapital. Dabei ist es wichtig, vorab zu klären, wer was bezieht. Vergleichen Sie Rentenkonditionen, speziell die Höhe des Umwandlungssatzes und der etwaigen Leistungen an den Partner, der den jeweils anderen überlebt, damit Sie als Paar die besten Bedingungen erhalten. Es lohnt sich, dabei einen kompetenten Vorsorgeberater hinzuzuziehen.