Wettbewerbsvorteil dank kluger Vorsorge

Wettbewerbsvorteil dank kluger Vorsorge

In der zweiten Säule gibt es vielfältige Angebote. Treffen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) die richtige Wahl, können sie sich auf dem Arbeitsmarkt gut positionieren. Sandro Meyer von Zurich und Werner Wüthrich von Vita erklären, wie Sie die Vorsorge der zweiten Säule so einrichten, dass Sie und Ihr Personal sorgenfrei in die Zukunft blicken können.
Vorbei sind die Zeiten, in denen Angestellte bei der Wahl ihres Arbeitgebers vor allem auf die Höhe des Lohns achteten. 60 Prozent ziehen es heute vor, einen leicht tieferen Lohn und dafür ein gutes Package in der Vorsorge zu erhalten. Dies ergab 2016 eine repräsentative Umfrage von Zurich. Die Unsicherheit der Zukunft der Renten und die jahrelange Diskussion um eine Reform der Vorsorge führen in der Schweiz zu einem Umdenken.

KMU-Unternehmerinnen und -Unternehmer können diesen Wandel nutzen, um im Wettbewerb um die besten Talente die Nase vorne zu haben. Im Gegensatz zur staatlichen Alters und Hinterlassenenversicherung (AHV), bei der Firmen keine Wahl- und Gestaltungsmöglichkeiten haben, besteht in der zweiten Säule ein umfassendes Angebot.

Rente für Kranke und Invalide

KMU haben auf dem Vorsorgemarkt die Wahl zwischen zwei verschiedenen Modellen: jenem der Vollversicherer und jenem der teilautonomen Stiftungen, zu denen die Sammelstiftung Vita (Vita Classic) gehört, welche Zurich im Jahr 2004 gegründet hat. Sie ist wie die anderen drei von Zurich gegründeten Stiftungen Vita Invest, Vita Plus und Vita Select rechtlich unabhängig. Eine enge Partnerschaft verbindet die Vita Sammelstiftungen mit Zurich.

«Beiden Modellen ist gemeinsam, dass die Kassen die Risiken Tod und Invalidität absichern», erklärt Sandro Meyer, Leiter Lebensversicherungen bei Zurich Schweiz. «Können Mitarbeitende wegen Krankheit oder Unfall längerfristig nicht mehr arbeiten, richtet die Kasse eine Rente aus.» Sterben Mitarbeitende, erhalten ihre Ehepartner und Kinder eine Hinterbliebenenrente. Diese allfälligen Leistungen werden aus den Risikobeiträgen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber finanziert. Der grosse Unterschied zwischen den Vollversicherern und den teilautonomen Stiftungen besteht im Umgang mit dem dritten wichtigen Risiko: jenem bei der Anlage der Altersguthaben. Die Kassen investieren die Sparbeiträge von Firmen und Angestellten in verschiedenen Anlagen und versuchen, eine möglichst hohe Rendite zu erzielen. Die Rendite hat einen grossen Einfluss auf die Höhe der Altersrenten. Erzielen Kassen eine gute Rendite, fällt die spätere monatliche Rente höher aus. Oft ist in diesem Zusammenhang vom dritten Beitragszahler die Rede.

Garantien haben ihren Preis

Beim Anlegen entstehen indes Risiken. Aktien oder Immobilien beispielsweise können an Wert verlieren. Die Vollversicherer garantieren, dass sie für allfällige Verluste aufkommen. Bei teilautonomen Kassen hingegen tragen die angeschlossenen Firmen und ihre Mitarbeitenden das Anlagerisiko. Teilautonome Einrichtungen gleichen diesbezüglich den firmeneigenen Pensionskassen, die viele grosse Unternehmen für ihre Angestellten führen. Kommt es über eine längere Zeit zu stärkeren Anlageverlusten, sodass die Einrichtung nicht mehr in der Lage wäre, all ihre Verpflichtungen zu decken, verlangen teilautonome Einrichtungen von den Arbeitgeberinnen und -gebern und ihren Mitarbeitenden zusätzliche Beiträge. Vollversicherer bieten also den Vorteil, dass ihre Kundinnen und Kunden sich nicht um das Auf und Ab an den Anlagemärkten sorgen müssen. Diese Garantie hat aber ihren Preis: Einerseits sind Vollversicherer im Vergleich zu teilautonomen Kassen teurer. Andererseits geben Vollversicherer nicht alle Anlageerträge an die Versicherten weiter. Das Gesetz sieht vor, dass sie mindestens 90 Prozent der Erträge weitergeben. Hinzu kommt ein Nachteil, der sich vor allem in den letzten Jahren zeigte: Vollversicherer achten beim Anlegen mehr auf die Sicherheit als auf die Rendite. Sie legen das Geld vor allem in Obligationen an, die kaum mehr Renditen bringen und oft gar mit Negativzinsen zu Buche schlagen. Die Folge für die Versicherten: Ihre Altersguthaben wachsen nur schwach. Dies ist der Grund, warum in den letzten fünf Jahren viele Firmen von einem Vollversicherungsmodell zu einem teilautonomen wechselten. Zurich setzte als erste grosse Versicherung früh auf die Teilautonomie und gilt als Pionierin. Ist heute in der Branche die Rede von der Teilautonomie, wird oft das Vita-Modell genannt.

Mehr Ertragschancen

«Teilautonome Stiftungen wie Vita Classic bieten den Vorteil, dass sie die Altersguthaben chancenreicher anlegen», sagt Werner Wüthrich, Geschäftsführer Vita Classic. «Sie investieren beispielsweise stärker in Aktien.» In der Vergangenheit habe sich dies gelohnt. «Auch wenn es zwischenzeitlich zu Rückschlägen und Verlusten kam, waren die Renditen über einen längeren Zeitraum deutlich höher als in anderen Anlageklassen», erklärt Wüthrich. Der Swiss Market Index (SMI) ist von rund 2‘500 Punkten im Jahr 1995 auf über 9‘200 Punkte im Februar 2019 gestiegen. Die Altersguthaben der Versicherten wachsen dadurch stärker, ihre spätere Altersrente fällt höher aus. Dazu trägt bei den teilautonomen Einrichtungen auch der Umstand bei, dass sie im Gegensatz zu den Vollversicherern 100 Prozent des Anlageertrags an die Versicherten weitergeben. Der Nachteil der teilautonomen Einrichtungen besteht darin, dass Firmen und ihre Angestellten allenfalls zusätzliche Beiträge entrichten müssen, falls die Kasse während einer längeren Zeit in Unterdeckung gerät. Das rasante Wachstum des SMI indes zeigt, dass dieses Risiko begrenzt ist. Selbst ein massiver Einbruch an der Börse wie 2008 nach der Finanzkrise führte nicht dazu, dass eine Mehrheit der Einrichtungen die Firmen und ihre Angestellten zur Kasse bitten musste. Die Sammelstiftung Vita musste bisher nie zusätzliche Beiträge wegen einer Unterdeckung verlangen. Der Grund: Während Vollversicherungen laut Gesetz jederzeit in der Lage sein müssen, all ihren Verpflichtungen nachkommen zu können, dürfen teilautonome Stiftungen für eine gewisse Zeit eine Unterdeckung aufweisen. Steigen ein paar Monate nach einem Crash die Kurse wieder an, kann die Mehrheit der teilautonomen Stiftungen die Krise mit etwas Geduld überstehen.

Gute Risikostreuung

Neben den beschriebenen Risiken drohen in der Vorsorge auch branchenrespektive firmenspezifische Risiken. Schrumpfen Firmen über die Jahre, weil sie nicht erfolgreich sind oder weil ihre Branche als Ganzes an Bedeutung verliert, droht sich der Anteil von Rentnern und Aktiven in einer Kasse ungünstig zu verschieben. Je mehr Rentner in einer Kasse sind, desto mehr flüssige Mittel benötigt diese, um die Renten auszahlen zu können. Sind nicht genügend Aktive vorhanden, die Beiträge einschiessen, kann der Cashflow aus dem Gleichgewicht geraten. Solche Probleme stellen sich in grossen Sammeleinrichtungen weniger. Diesen haben sich Hunderte von Firmen aus allen möglichen Branchen angeschlossen. Damit bieten sich die verschiedenen Anschlüsse gegenseitig einen sehr guten Risikoausgleich. Der Sammelstiftung Vita – der grössten der vier Vita Sammelstiftungen – sind mehr als 21’800 Firmen angeschlossen. Mit rund 130’000 aktiven Versicherten und knapp 3’000 Rentnerinnen und Rentnern ist das Verhältnis zwischen Aktiven und Mitgliedern in Rente sehr ausgewogen und vorteilhaft. Die enge Zusammenarbeit zwischen Vita und Zurich ermöglicht attraktive Beiträge. Die Sammelstiftung Vita greift auf das breite Vertriebsnetz und den etablierten Kundenservice von Zurich zurück. Die Risiken Invalidität und Tod sichert ebenfalls Zurich als Risikoversicherer ab. Für die Anlage der Vorsorgevermögen von rund 14 Milliarden Schweizer Franken ist Vita zuständig. Vita legt die Mehrheit der Vorsorgegelder durch die Zürich Anlagestiftung an. Sie ist mit rund 23 Milliarden Schweizer Franken verwaltetem Vermögen die grösste bankenunabhängige Anlagestiftung.

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