Bei Futureworks hat die Zukunft bereits begonnen

Foto mit Borries Schwesinger und Jonas Hubacher

Bei Futureworks hat die Zukunft bereits begonnen

Wie werden wir in Zukunft arbeiten? Flexibler in Ort und Zeit, eigenverantwortlich, projektorientiert und vernetzt. Bei Futureworks AG, der Kreativ- und Brandberatung von Vita, ist der Name Programm: Das Unternehmen nutzt bereits heute die Arbeitsformen der Zukunft.
Spannend bei Futureworks ist, dass die Geschäftsleitung – abgesehen vom Gründer – ausschliesslich aus Frauen besteht. Dagegen arbeiten zwei Männer in Teilzeit. Die Situation entspricht also nicht dem Klischee, sondern ist genau umgekehrt.
Futureworks

Borries Schwesinger: «Bei Teilzeit wird das Privatleben zum Thema»

Einer der Teilzeitmitarbeiter ist Borries Schwesinger, Senior Creative Consultant. Seit der Geburt seines ersten Sohnes vor sieben Jahren arbeitet er, ebenso wie seine Partnerin, im 80-Prozent-Pensum – am Freitag ist «Papitag». Borries Schwesinger berät seine Kunden darin, wie sie besser und erfolgreicher im Markt und bei ihren Kunden auftreten können. Zum Beispiel hat er als Projektleiter die Neugestaltung der visuellen Identität für die Marke Vita – berufliche Vorsorge – verantwortet. Als Teilzeitmann fühlt sich Borries Schwesinger mittlerweile nicht mehr als Exot. «Es ist nicht das Erste, was ich meinen Kunden erzähle, aber sobald wir enger zusammenarbeiten, bin ich da sehr transparent.» Spannend findet er, dass mit dem Bekenntnis zur Teilzeit das Privatleben auch im Business automatisch zum Thema wird. Nach wie vor sei es so, dass Frauen nach der Geburt eines Kindes rechtfertigen müssten, wie sie Arbeit und Familie unter einen Hut bringen können. «Beim Mann gibt es ein Schulterklopfen, und das war’s.» Dabei findet Borries Schwesinger, auch bei Männern sollte die Vereinbarkeit von Kindern und Karriere verstärkt zum Thema werden.

Beim Mann gibt es ein Schulterklopfen, und das war’s.


Borries Schwesinger

Filmabnahme bei der Geburtstagsparty

Für ihn ist es zuweilen eine Herausforderung, den freien Tag frei zu halten und klare Grenzen zu setzen: Auch am Freitag checkt er seine E-Mails – «vielleicht zu oft». Einmal musste er während einer Geburtstagsparty inmitten kreischender Kinder die Tonsequenz eines Markenfilms abnehmen. Oder er hat in der Umkleidekabine des Babyschwimmens Word-Templates diskutiert. Prinzipiell hat er aber Projekte, die er gut planen kann, so dass solche Kollisionen zwischen Familien- und Berufsleben eher selten sind. Ob die Teilzeit ein Karrierekiller sei? «Ich weiss es nicht, aber für mich stellt sich die Frage gar nicht, da ich genau dort bin, wo ich gerade sein will.»

Jonas Hubacher: «Teilzeit braucht Disziplin und Vertrauen»

Auch Jonas Hubacher, Professional Creative Consultant bei Futureworks, arbeitet Teilzeit: Als seine kleine Tochter auf die Welt kam, hat er – wie auch seine Frau – sein Pensum auf 70 Prozent reduziert. Sein Aufgabenschwerpunkt ist die Customer Experience, für Vita begleitet er beispielsweise die Produktkommunikation und gestaltet Produktbroschüren oder Kundenpräsentationen. Damit Teilzeit für alle Beteiligten zum Erfolg wird, braucht es aus seiner Sicht folgende Spielregeln: «Man muss diszipliniert sein, klar kommunizieren, Versprechen einhalten und eine Vertrauensbasis schaffen.» Für alle müsse klar sein, an welchen Tagen was passiere, damit keiner überraschend warten müsse. Dazu gehöre auch, vorausschauend zu planen. In seinem privaten Umfeld gibt es viele Teilzeit-Familien. Für Jonas Hubacher scheint es heute normaler zu sein, Teilzeit zu arbeiten, sogar in Branchen, in denen dies bis vor ein paar Jahren noch eine Ausnahme war: «Es gibt heutzutage ganz unterschiedliche Lebensentwürfe und Arbeitsmodelle. Aber letztlich möchte ich einfach das tun, was im Moment für meine Familie als Ganzes stimmt.»

Man muss diszipliniert sein, klar kommunizieren, Versprechen einhalten und eine Vertrauensbasis schaffen.


Jonas Hubacher

Durchwursteln im Lockdown

In der Coronazeit haben bei Futureworks alle von daheim gearbeitet, die für den Arbeitsweg auf den ÖV angewiesen sind. Borries Schwesinger gehörte zu den wenigen, die nach wie vor im Office anzutreffen waren, denn er fährt nur drei Minuten mit dem Velo zur Arbeit. «So konnte ich im Büro fokussiert arbeiten und wenn ich zu Hause war, meine Partnerin ablösen und mich voll auf die Kinder konzentrieren», berichtet er. Jonas Hubacher hat sich während des Lockdowns im Homeoffice eingerichtet und versucht, sich dabei so gut wie möglich mit seiner Frau abzustimmen: «Manchmal mussten wir uns durchwursteln und Arbeiten in der Mittagspause oder am Abend erledigen. Es galt, immer wieder einen guten Kompromiss zu finden.»

Lesen Sie hier, warum auch das Managementteam von Futureworks zukunftsweisende Arbeitsmethoden verwendet.

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