Sammelstiftung Vita und Zurich – gemeinsam auf dem Weg in die Autonomie

Ab 1. Januar 2028 trägt die Sammelstiftung Vita auch die Risiken Tod und Invalidität selbst – die Stiftung ist genug gross, um auch diese Risiken zu übernehmen. Die Sicherheit für die Kunden ist nach wie vor gewährleistet.

Fünf Fragen an Rolf Wehrli und Thorsten Schneidewind zum Thema Autonomie der Sammelstiftung Vita

 

1. Die Sammelstiftung Vita wird per 1. Januar 2028 autonom. Was bedeutet das konkret für die Stiftung und für Zurich?

Rolf Wehrli:
Künftig werden wir nicht nur das Anlagerisiko, sondern auch die Risiken Tod und Invalidität selbst tragen. Der Markt hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Wir sind deshalb zu dem Schluss gekommen, dass wir unseren Kundinnen und Kunden als autonome Sammelstiftung bei gleichbleibender Qualität und Sicherheit ein preislich attraktiveres Angebot machen können. Gleichzeitig stärken wir damit unsere Wettbewerbsfähigkeit.

Dieser Entscheid ist Teil unserer Weiterentwicklungsstrategie. Aus externer Sicht mag er überraschend wirken. Aufgrund unserer Grösse haben wir uns jedoch schon seit einiger Zeit mit diesem Gedanken befasst.

Thorsten Schneidewind:
Für Zurich bedeutet die Autonomie der Sammelstiftung Vita ab dem 1. Januar 2028 vor allem eine Neuausrichtung der Zusammenarbeit – nicht ein Ende der Partnerschaft. Die Sammelstiftung Vita wird künftig die Risiken Tod und Invalidität selbst tragen. Wir bleiben jedoch eine wichtige Partnerin und übernehmen weiterhin im Auftrag der Stiftung zentrale Aufgaben wie Vertrieb und Verwaltung.

Gemeinsam mit der Sammelstiftung Vita verfolgen wir auch in Zukunft dasselbe Ziel: eine starke, nachhaltige und marktgerechte Vorsorgelösung für die angeschlossenen Unternehmen und ihre Mitarbeitenden.

2. Die Sammelstiftung Vita trägt die Risiken Tod und Invalidität neu selbst. Hat dies Auswirkungen auf die Sicherheit der Stiftung oder auf die Sicherheit der verwalteten Vorsorgegelder?

Rolf Wehrli:
Das grösste Risiko einer autonomen Vorsorgeeinrichtung ist das Anlagerisiko. Dieses tragen wir bereits seit der Einführung der Teilautonomie im Jahr 2003 selbst.

Unsere finanzielle Ausgangslage ist sehr gut: Der Deckungsgrad liegt per Ende 2025 bei 115 Prozent, die Wertschwankungsreserven sind vollständig aufgebaut. So können wir die Altersguthaben 2026 mit bis zu 4 Prozent verzinsen.

Der Schritt in die Autonomie ändert somit nichts an der finanziellen Stabilität der Stiftung.
Selbstverständlich werden wir auf diesem Weg auch von unserem Pensionskassenexperten begleitet. Wir gehen den Schritt bewusst und gut vorbereitet.

3. Welche Auswirkungen hat die Autonomie für die angeschlossenen Unternehmen und die versicherten Personen?

Rolf Wehrli:
Der Wechsel in die Autonomie hat für unsere Kundschaft eindeutig positive Auswirkungen. Wir gehen davon aus, dass wir den meisten Kundinnen und Kunden ab 2028 eine tiefere Risikoprämie anbieten können.
Bei einer Sammelstiftung muss weniger Kapital zurückgestellt werden, um die Leistungen bei Invalidität und Tod zu sichern, als bei einer klassischen Lebensversicherung. Das wird sich positiv auf die Kosten der Vorsorgelösung auswirken. Über den ganzen Bestand rechnen wir heute mit einer Reduktion der Risikobeiträge von rund 10 bis 20 Prozent.

Für die angeschlossenen Unternehmen bleiben Vorsorgelösung, Prozesse und Ansprechpartner gleich. Kurz gesagt: Unsere Unternehmen und Versicherten profitieren von tieferen Kosten und attraktiveren Konditionen.

4. Wie wird die Zusammenarbeit der Sammelstiftung Vita mit Zurich in Zukunft aussehen?

Thorsten Schneidewind:
Wir richten unsere Partnerschaft mit der Sammelstiftung Vita neu aus, gehen diesen Weg jedoch weiterhin bewusst gemeinsam. Die bewährte Zusammenarbeit in den Bereichen Versichertenverwaltung, Leistungsfallabwicklung und Vertrieb wird nahtlos fortgesetzt. So unterstützen wir die Sammelstiftung Vita auf ihrem Weg in die Autonomie.

Rolf Wehrli:
Unser Zielbild ist klar: Wir wollen unseren Versicherten eine nachhaltige berufliche Vorsorge bieten, und das zu bestmöglichen Konditionen. Als Stiftung sind wir gegenüber unseren Destinatärinnen und Destinatären verpflichtet, marktgerechte Preise für die Dienstleistungen sicherzustellen. Wir überprüfen die Zusammenarbeit mit Zurich in verschiedenen Bereichen und werden sie so fortführen, dass sie für unsere Versicherten den grössten Mehrwert schafft.

5. Wie geht es weiter? Was sind die nächsten Schritte?

Thorsten Schneidewind:
Der Schritt in die Autonomie ist aufwändig und mit hoher Komplexität verbunden. Wir nehmen diese Aufgabe ernst und wollen sicherstellen, dass die bestehenden Kundinnen und Kunden der Sammelstiftung Vita im gewohnten Rahmen bedient werden. Der Verzicht auf Neugeschäfte und Vertragsübernahmen für die kommende Offertsaison erlaubt eine Bündelung der Kräfte auf die Transformation. Gleichzeitig nutzen wir die Zeit, die zukünftige Positionierung im Schweizer BVG-Markt zu überprüfen und neu auszurichten.

Rolf Wehrli:
Für unsere Kundinnen und Kunden gilt: Sie müssen nichts unternehmen. Wir informieren die angeschlossenen Unternehmen frühzeitig und transparent über alle weiteren Schritte. Kurz gesagt: Jetzt steht eine sorgfältige Umsetzung im Vordergrund.

Rolf Wehrli

Rolf Wehrli

Rolf Wehrli ist Geschäftsführer der Sammelstiftung Vita. Davor war er Geschäftsführer der Prevas Sammelstiftung und der Pensionskasse Hewlett-Packard Plus sowie Leiter Bereich Vorsorge Zürich bei der Assepro Gruppe, einem unabhängigen Brokerunternehmen im Versicherungs-, Risiko- und Vorsorgebereich. Rolf Wehrli hat Naturwissenschaften studiert sowie eine Ausbildung als Certified International Investment Analyst (CIIA) absolviert.

Thorsten Schneidewind

Thorsten Schneidewind

Thorsten Schneidewind ist CEO der Zurich Life Insurance Company Ltd. Davor war er Leiter Schaden von Zurich Schweiz sowie CEO der Orion Rechtsschutz-Versicherung in Basel. Thorsten Schneidewind ist gelernter Bank- und Versicherungskaufmann und studierte Betriebswirtschaft in Berlin. Ab 2008 nahm er verschiedene Funktionen im Schweizer Versicherungsmarkt ein.